Archive for October, 2008

Spinnen, Käfer und anderes Ungetier

Wednesday, October 29th, 2008

!!!POST VOM 27.10.2008!!!
Meine erste Woche in Namibia ist jetzt also rum, die zweite leider auch schon fast zur Hälfte. Die Zeit hier verrennt einfach viel zu schnell. Was war die letzten Tage los? Unter der Woche war wenig geboten, am Strand liegen, DA bearbeiten und anderes Kleinzeug. Am Wochenende wurde es dann interessant, Freitags stand erst einmal Grillen am Vogelfederberg auf dem Programm. Der Vogelfederberg befindet sich am Rand der Namib-Wüste, dementsprechend warm war es auch ;-). Bei dieser Gelegenheit bin ich dann meinem ersten Wüstenhund begegnet, der sich nach einem traumhaften Sonnenuntergang über die Knochen unserer Fleischreste hermachte. Samstag früh ging es dann Richtung Spitzkoppe, eine Ansammlung von (überdimensionalen) Felsen in einer ansonsten völlig flachen Gegend. Landschaftlich einfach atemberaubend. Die Übernachtung erfolgte direkt an der Spitzkoppe auf einem „Campingplatz“. Man darf sich das aber nicht wie in Deutschland vorstellen, ein Campingplatz hier ist ein unüberschaubares Areal, auf welchem alle 500m (oder mehr) Örtlichkeiten kommen, die mit einem Mülleimer, mehreren Feuerstelle und einem Klohäuschen (dazu solltet ihr aber die Bilder, die es hoffentlich bald gibt anschauen) ausgestattet sind. Einen solchen Platz kann man sich frei auswählen und campieren. In unserem Fall fand das Ganze ohne Zelt unter freiem Himmel statt. Dementsprechend ungemütlich wurde es dann auch, weil das Wetter sich verschlechterte, es ein wenig stürmte, so dass der Wind zwischen unseren Felsen durch pfeifte. Am morgen um 06.00 wuden wir dann auch noch von Regentropfen wachgeküsst, was uns dann dazu veranlasste, einige Stunden im Auto zu verbringen (das umher Rennen, bei Regen, lediglich mit Boxershorts bekleidet und völlig verschlafen, um alle Sachen vor Wind und Wasser in Sicherheit zu bringen, muss richtig bekloppt ausgeschaut haben). Heute Nachmittag geht es dann nach Walvis Bay, in diesem Zuge werden wir auch die größte Wanderdüne der Welt, die Düne 7 besichtigen.
Oh, eine Sache habe ich ganz Vergessen. Am Freitag habe ich meinen ersten Lehrauftrag wahrgenommen ;-) ich habe 8Klässlern 45min lang deutsch beigebracht. Dabei ist dann auch mir aufgefallen wie am Sack unsere Sprache manchmal ist. Hier ein kleiner Auszug:

RICHTIG VERGLEICHBARE WORTE

KORREKTER AUFBAU

(so schreiben es die 8Klässler)

dreißig zwanzig; vierzig dreizig
sech_zehn dreizehn; achtzehn sechszehn (sechs+zehn)
sieb_zehn vierzehn; fünfzehn siebenzehn (sieben+zehn)

da bestätigt sich für mich mal wieder, dass nicht nur französisch eine bekloppte Sprache ist…
(Achja, irgendwann biste da dann so ballaballa, dass du selber nimmer weißt, wie man Zahlen eigentlich ausschreibt.)

9 8 8 9 9 8

Thursday, October 23rd, 2008

Für diejenigen, die es kurz mögen, die Zahlen stehen für meine Bewertung einzelner Kriterien auf einer Skala von 1-10. Hier die Kriterien:

  1. mein innerer Gemütszustand
  2. das Wetter
  3. die Stadt Swakopmund
  4. die Leute
  5. die Landschaft
  6. meine DA

Für alle die gerne „Prosa“ lesen folgen hier die Einzelheiten ;-):
Ich fühl mich zurzeit sauwohl (umgspr. für „richtig gut“) einzig die Cafeteria der Uni fehlt mir. Eigentlich weniger die Cafeteria, als vielmehr die unsinnigen Gespräche die dort stattfinden. Noch habe ich aber keine schlimmeren Entzugserscheinungen. Gestern bin ich meiner ersten afrikanischen Robbe begegnet, ein relativ kleines/junges Exemplar. der Gestank hielt sich auch eher in Grenzen, allerdings war sie zum spaßen aufgelegt und hat beim raus schwimmen auf dem Rücken mit den Flossen gewunken.
Das Wetter hier ist echt Top. Man erzählt mir zwar, dass es erst seit Sonntag so schön sein soll, aber das kümmert mich recht wenig, davor war ich ja nicht hier ;-). Zurzeit hat es ca. 16°C, hört sich kalt an, ist es teilweise auch. Vor allem mit Wind und im Schatten. In der Sonne ist es aber ein Traum, ich habe schon zweimal am Strand gelegen. Gestern war ich dann sogar einmal im 13°C kalten Wasser, da war die Sonne danach umso schöner und wärmer.
Swakopmund ist ein recht kleines Städtchen, man kommt sich auch nicht wirklich wie in Afrika vor, eher wie in einer kleinen amerikanischen Stadt (aufgrund der großen, breiten Straßen) mit Nordseeflair (durch die Art der Häuser etc.). Bilder kann ich euch aufgrund des grandiosen Uploads leider vorerst keine liefern…
Auch wenn mir zuvor einige unschöne Dinge erzählt wurden, habe ich auf ein Neues versucht mich vorurteilsfrei zu bewegen. Immer die Sicherheit voranzustellen, keine Naivität aufkommen zulassen, mich aber auch nicht zu verschließen. Bisher kann ich nur Gutes über die Leute hier sagen, egal welche Hautfarbe, alle sind freundlich und hilfsbereit.
Die Landschaft ist einfach der Wahnsinn, da könnte mir gelegentlich schon ein „Oida …“ rausrutschen. Gestern bin ich an der Strandpromenade entlang gejoggt (der Weg endet abrupt im Sand) und habe der Sonne beim untergehen zugeschaut, gleiches taten wir auch am Montag, allerdings ohne Joggen. Auf der Fahrt von Windhoek nach Swakopmund konnte ich schon einiges der endlosen Landschaft aus dem Busle betrachten. Beeindruckender wird es aber wohl am Wochenende, wenn wir zur Spitzkoppe fahren und unter freiem Himmel übernachten.
Zur DA nur ein paar kurze Worte ;-) noch halte ich es durch und beschäftige mich Vormittags, solange ich alleine bin und die außen Temperaturen noch nicht warm genug sind, mit der DA. Die Ergebnisse sind auch viel versprechend, so dass ich aufpassen muss, dass ich nicht nachlasse, weil es „zu gut“ läuft…
Im letzten Post habe ich das tolle afrikanische Abendessen von Freitag vergessen zu erwähnen. Es sei hiermit erwähnt und gewürdigt, der Geschmack war hervorragend.

Im Ghetto

Monday, October 20th, 2008

Hi zusammen,

jetzt bin ich also in Namibia (Afrika) angekommen. Die ersten Tage in Windhoek waren schoen und sonnig. Seit gestern Abend bin ich Swakopmund. Zuvor hatte ich aber noch ganz besondere Erlebnisse…

Eine kurze Zusammenfassung:

Meinen ersten einheimischen Freund habe ich am Flughafen kennengelernt, Obumi, ein echt herzlicher Kerl, der meinen Transfer vom Flughafen in die Stadt uebernommen hat. Dank seiner Handznummer kann ich mir nun fuer jegliche Strecken einen Transfer organisieren. Allerdings ist es eben Afrika und Vereinbarungen gelten nicht lange…

Am Samstag Abend war ich dann noch im Ghetto Windhoeks (Katatura), eine echt krasse, nur von schwarzen Bewohnte gegend. die Huetten haben sehr stark an Old Shanghai erinnert. Es war aber eine sehr lustige Erfahrung.

Die Fahrt von Windhoek nach Swakopmund am Sonntag erfolgte in einem Bus (aehnlich zu einem VW-Bus) mit 14 Personen + Fahrer. Das Gepaeck befand sich in einem Anhaenger und wurde durch ein Netz vor dem Rausfliegen gehindert ;-) Die Schuessel hatte wohl auch schon den ein oder anderen Ueberschlag erlebt, jedenfalls sah das Dach entsprechend aus. Gurte gab es logischer Weise auch keine. Ich mein, sind wir mal ehrlich, bei 14 Personen muss man an jedem Gramm sparen…

Hier in Swakopmund ist es deutlich kuehler, vorallem durch den Wind. Nichts desto Trotz bin ich heute bereits am Strand in der Sonne gewesen. Allerdings nicht sehr lange, da mein Koerper doch noch sehr kaesig ist.

Meine Zeit laeuft langsam ab, daher beende ich das Ganze hier mal und melde mich bei Gelegenheit wieder…

Unruhe? Nein, Vorfreude!

Thursday, October 16th, 2008

So, in neuneinhalb Stunden werde ich bereits über den Wolken sein. Zur Zeit beherrscht mich ein Gefühl der Vorfreude, meine Knie wollen kaum noch still bleiben (Muttern nennt das hibbelig oder zappelig).

Vorbereitung sind bis aufs Duschen abgeschlossen: IPod ist voll mit den besten Liedern (z.B. Roxette) :p Taschenlampe, Mehrfachstecker, Mückenpiepser, Ladekabel… Alles parat. Rucksack wiegt ca. 16 Kilo ist aber brechendvoll (hoffentlich zerreist er nicht im Flugzeugbauch :-) Verabschiedet habe ich mich soweit auch von allen (zumindest denjenigen, die aufgetaucht sind). Aspirin ist im Gepäck, da kanns mir nicht wie dem Gili ergehen…

In Namibia werde ich unter folgender Nummer erreichbar sein: 00264 - (0) 814019474 (am besten vor einem Anruf per SMS mit mir abstimmen…)

Schluss jetzt, Mama hat das Essen fertig, wenn ich nicht gleich aufschlag, dann gibts was hinter die Löffel ;-)

Geht es ihm schlecht!? Scherzen kann er noch…

Monday, October 13th, 2008

Hi,
ich sitz nun fast 2,5 Wochen in La Paz. Eine Verkettung ungluecklicher Umstaende hat mich eine Zeit mehr oder weniger ans Bett gefesselt. Daher einige Tipps:
- Nicht bis um 6 Uhr ausgehen, wenn man sich am naechsten Tag mit jemand um 10 Uhr treffen will.
- Keine Tablette um kurz vor 10 Uhr gegen den Kater schlucken, wenn man dagegen allergisch ist.
- Keine Suppe essen weil man auf Grund der Allergie nichts anderes essen kann, wenn man sich dabei eine Durchfallerkrankung holt …

Aber nichtsdestotrotz konnte ich die letzten Tage doch einiges erleben …. daher im naechsten “Newsletter” (ich warte noch auf die Bilder):
- Riedl on the Death Road
- Riedl in San Pedro prison
- Riedl assault Huayna Potosi (6.088m)

Leider laeuft mir die Zeit nun davon, das ich einiges aus meine Plan streichen muss. Morgen geht es weiter nach Peru.

Kannst die E-Mail als Post auf gba.de stellen. Danke.
Gruss

Innere Unruhe…

Sunday, October 12th, 2008

könnte man meinen, ist vermutlich so, der Grund ist allerdings unbekannt.

Nachdem der Gili seinen Trip bald beenden wird breche ich am Donnerstag zu meinem auf. Unwohl fühle ich mich nicht, dennoch weiß ich nicht so recht was mich erwarten wird. Ob USA, China oder Naher Osten bisher waren alle Ziele recht zivilisiert. Namibia als ehemals deutsche Kolonie wird im Vergleich weniger zivilisiert sein (vermutlich liegt hier der Grund). Dennoch (für die weniger Informierten) es gibt dort Internet, geteerte Straßen und auch Klopapier. Fehlt noch was? Bier! Gibt es auch, sogar nach deutschem Reinheitsgebot ;-).

Meine Tickets waren am Wochenende in der Post. Eigentlich sollte ich E-Tickets bekommen, dass geht bei Studenten Tickets aber wohl nicht (ich habe aufgehört solche Dinge zu hinterfragen). Nachdem ich auch mit diesen Tickets einen vorzeitigen Online-Check In vornehmen kann ist es mir sowieso egal. Neefis Rucksack steht noch völlig leer hier, einige wenige Besorgungen stehen auch noch aus und mein Zimmer muss auch noch leergeräumt werden. Immerhin habe ich (im Gegensatz zu manch anderem) meine Arbeit 6Tage vor Abflug abgegeben.

Nachdem jetzt auch der Rest der Welt bescheid weis werde ich mich auf die Suche nach was Essbarem machen.

Bis Bald!