Archive for February, 2008

18-1 (oder auch Superbowl)

Tuesday, February 19th, 2008

Hi guys!
Wie die eingefleischten American Football Fans ja wissen, war vorletztes Wochenende der Superbowl. Soll ja so verrückte geben, die dafür mitten in der Nacht aufstehen bzw aufleiben (Autoren ausgenommen). Gespielt haben die New York Giants gegen die New England Patriots, also ein echtes Ostküsten-Duell. Da ich in den vergangenen Wochen und dann vorallem während der Playoffs schon eifrig mit den Giants und deren Quarterback Eli Manning (jüngere Bruder von Peyton Manning, dem letztjährigen Superbowlgewinner und ebenfalls Quarterback) mitgefiebert habe, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen die Chance zu nutzen den Superbowl nicht mitten in der Nacht, sondern gemütlich abends in einer Sportsbar mitten in Manhattan, ein Block vom Madison Square Garden entfernt, mit ziemlich vielen Giantsfans zu schauen. Die Stimmung war natürlich riesig, vorallem als die Giants ja auch direkt mit einem Fieldgoal in Führung gingen. Nach kurzer Zeit konnte die hoch favorisierten Patriots allerdings mit einem Touchdown die Führung wieder ansich reißen. Im Mittelteil war das Spiel dann durch die starken Defenselines geprägt, allerdings hochspannend. Das zog sich dann, nur von einer ziemlich miesen Halbzeitshow unterbrochen, bis ins letzte Viertel, in dem es dann richtig zur Sache ging. Kurz gesagt, es da mies aus für die Giants. Kurz vor Schluß lagen sie hinten und mußte in der verbleibenden Zeit noch einen Touchdown schaffen. Es folgt ein irrer Drive von Manning, mit einem beinahe Sack und einem Pass, der mit einer Hand und mit Hilfe des Helms gefangen wurde. Und schließlich wirklich der Touchdown 30 Sekunden vor Schluß. Das ließen sich die Giants natürlich nicht mehr nehmen und die Bar stand kopf. Es wurde gefeiert, ich fast erdrückt von überglücklichen Giantsfans und zu ‘We are the champions’ und natürlich in NYC Sinatra’s ‘New York’ mitgesungen. War auf jedenfall ein riesen Spiel und ein toller Abend. Einige, wenige Pics gibts in der Gallery. Ansonsten kann ich mein sportliches Interesse neben Fußball voll und ganz auf Basketball lenken, da hier aktuell sonst nichts mehr gespielt wird.  Achja, Gooooo Giiiaaaaannnnnntttssss!

Boston

Tuesday, February 19th, 2008

So, da es schon etwas zurückliegt, gibts einfach eine kleine Zusammenfassung zu Boston. Jedenfalls, dass was ich nicht schon
vergessen habe. Um genug Zeit zu haben waren wir von Samstag früh bis Montag Abend dort und hatten sogar richtig Glück mit dem
Wetter. Durch die schon relativ weit nördliche Lage und dazu noch direkt an der Küste ist Boston (entgegen dem Nickname einer
anderen großen Stadt) die windigste Stadt der Vereinigten Staaten. Und das haben wir auch gespürt, denn trotz für die
Jahreszeit halbwegs warmen Temperaturen knapp über null Grad macht der Wind das wirklich eiskalt. Nicht auszudenken, wie das
ist, wenns die typischen zweistelligen Minusgrade hat. Definitiv ist eine Städtereise dann kein Zuckerschlecken. Noch dazu wurden wir am Sonntag mit reichlich Schnee und am Montag mit Sonne satt belohnt. Ansonsten spürt man in Boston deutlich die koloniale Geschichte, wie wohl überall in den New England States. Die heißen nicht umsonst so, denn das die Engländer dort waren ist nicht zu übersehen. Backsteinhäuser und Pubs wohin das Auge blickt. Noch dazu gibts jede Menge alte (jedenfalls für Amerika) Geschichte, welche mit dem Freedomtrail (ein Rundgang durch die Stadt, durch eine rote Linie im Gehwegs markiert) nahezu vollständig besichtigt werden kann. Dabei merkt man schon, Boston ist relativ klein (knappe 600.000 Einwohner) und Downtown bestens zu erlaufen, was nur noch mehr zu dem besonderen Flair beiträgt. Zu besichtigen waren verschiedenen Stätten der amerikanischen Unabhängigkeit und der frühen
Geschichte Amerikas, das MIT und Harvard, welche direkt auf der anderen Seite des Flusses rund um Downtown in Camebridge
liegen. Das berühmte Harvard ist übrigens relativ unspektakulär, die Law School mehr als unscheinbar. Kulinarisch sind die New
England States natürlich Seafood geprägt, das natürlich eifrig ausprobiert wurde. Da dürfen natürlich Shrimps nicht fehlen,
der berühmte New England Lobster sowieso nicht und noch eine regionale Spezialität stelt die Clam Chowder dar, eine
Muschelsuppe, welche in einem ausgehöhlten Brotleib serviert wird. Noch dazu kommt eines der besten Biere, samuel Adams,
benannt nach berühmten Bostoner, welcher eine entscheidende Rolle bei der Unabhängigkeit und auch der Boston Tea Party spielte
und nebenbei auch Braumeister war. Für leibliches Wohl war also bestens gesorgt. Insgesamt ist Boston zwar auf den ersten
Blick nicht so spektakulär, offenbart seine Vorzüge aber umso mehr bei zweiten Hinsehen. Wäre auf jedenfall nochmal eine Reise
wert, vielleicht bei etwas wärmeren Temperaturen kombiniert mit einer Tour entlang der Küste. Mehr wie immer in der Gallery.
Für noch mehr Details einfach fragen!

Obama vs Clinton, Wahlkampf in Wisconsin

Sunday, February 17th, 2008

Nach dem Super-Tuesday vor einer Woche ist am kommenden Dienstag nun Wisconsin an der Reihe seine Stimme für einen Kandidaten abzugeben.

Da der Wahlkampf um die Kandidatur von den jeweiligen Kandidaten selber finanziert wird, läuft der vollkommen anders ab als in Deutschland. Es gibt keine Werbeplakate auf den Straßen, dafür tingeln die Kandidaten quer durch das ganze Land um mit emotionalen Reden die Wähler für sich zu gewinnen.

Am Dienstag kam dann Barack Obama nach Madison. Die Gelegenheit wollten wir natürlich nicht missen und haben uns in die Warteschlange vor das Kohl Center gestellt. Die anfangs sehr disziplinierte Schlange ist kurz vor der Türöffnung zu einem drückenden und quetschenden Knäuel geworden. 20.000 Menschen haben wie bei einem Popkonzert gedrängt und geschoben um in die Arena zu gelangen. Könnt ihr euch vorstellen, dass die Menschen in Deutschland zu zehntausenden in eine Halle strömen um Angela Merkel zu sehen, und die Vorstellung war vor ihrer Wahl noch unglaublicher. Da am selben Tag in Washington DC Wahlen waren hat Obama jedoch ziemlich auf sich warten lassen. Die Zeit wurde mit Obama Werbeclips und sehr sehr lauter Musik überbrückt. Nach zwei Vorrednern, die eigentlich mehr Animateure waren, kam dann Obama auf die Bühne. Seine Rede zur Verbesserung des Gesundheitssystems und zur Beendigung des Irak Einsatzes wurde nach jedem vierten Satz von Jubelstürmen der Masse unterbrochen. Natürlich kam in der Universitätsstadt Madison die Idee das Studium bezahlbarer zu machen besonders gut an. Nach 30 Minuten war sein Auftritt auch schon wieder vorüber und Obama wurde von den Massen abgefeiert.

Am Donnerstag erfuhren wir morgens im Büro, dass Bill Clinton heute in Madison spricht. Da Hillary sich auf die bevölkerungsstarken Staaten konzentrieren möchte, trat sie in Wisconsin nur im größeren Milwaukee auf. Den Wahlkampf in Madison machte Bill für sie. Sein Auftritt war allerdings bei weitem nicht so spektakulär wie der von Barack Obama. Auch stand sein Rednerpult nicht etwa in einer riesigen Arena sondern in einer Reithalle, die natürlich kräftig nach Pferd roch. Passend zur Atmosphäre war seine Rede dafür wesentlich persönlicher. Der Inhalt von Hillarys Wahlkampf ist ja mehr oder weniger mit dem von Barack Obama identisch. Aber anstatt Wahlkampfparolen zu verwenden erzählte Bill einige nette Anekdoten zu seiner Frau und was sie und ihre Fähigkeiten auszeichnet. Immer wieder sprach er die Zuhörer an und betonte, ihr müsst entscheiden aber es gibt sich keine geeignetere Person um die Belange eines Landes zu lenken.

Die Rede von Clinton war, obwohl er viel seltener von Beifallstürmen unterbrochen wurde, doppelt solange wie die von Obama. Durch die persönliche Note hat sie mir aber wesentlich besser gefallen. Auf diese Art hat er das Gefühl vermittelt nicht einfach eine stereotype Wahlkampfrede abzuspulen. Auch wenn das Gefühl täuschen mag und diese Rede vermutlich schon ähnlich oft vorgetragen wurde wie die von Obama.

Wetterkapriolen

Sunday, February 3rd, 2008

Diese Woche war unser Tun hier in Madison recht unspektakulär und der Alltag im Office hat uns wieder. Das gibt mir die Gelegenheit über ein Thema zu schreiben dass in derRegel nur herhalten muss wenn einem absolut nichts mehr einfällt. Das Wetter. In diesem Fall ist es allerdings so turbulent, dass es allerdings ein paar Zeilen wert ist. Also lehnt euch zurück und erfreut euch einfach an der gemäßigten Deutschlandwetterkarte.

Nachdem wir am Donnerstagabend nach dem Damenbasketballspiel, (Moritz hat euch bereits davon erzählt) noch bei eisigen -26°C nach Hause gelaufen sind, kletterten die Temperaturen anschließend kontinuierlich. Ihren Höhepunkt erreichten sie dann am Montag mit 6°C plus. Die Plusgrade sollten nach dem bitterkalten Januar jedoch nur ein kurzes Vergnügen bleiben und wurden von einem Blizzard am Dienstag innerhalb von 24 Stunden in -25°C verwandelt. Der Windchill-Effekt machte daraus sogar gefühlte -37°C.

Die schnelle Temperaturschwankung hat sogar am 31. Januar hier ein Eisbeben im Lake Mendota ausgelöst! Ja, ihr habt schon richtig gelesen, ein Eisbeben. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Der Lake Mendota ist schon bereits einem Monat mehr oder weniger vollständig zugefroren. Aufgrund der schnellen Abkühlungen haben sich, im erneut ausdehnenden Eis, Spannungen gebildet. Durch die tiefen Temperaturen war das Eis jedoch so fest an das Ufer gefroren, dass es keinen Raum zur Ausdehnung hatte. Die Spannungen haben dann zu einem Bruch der Eisfläche geführt und dabei den Campus mit einem Beben von 1 auf der Richterskala erschüttert. Die Erschütterung war aber nur sehr lokal zu spüren. Wir haben in unserem Office, dass 1 Meile vom Ufer entfernt ist, bereits nichts mehr mitbekommen.

Auch der Schneefall ist auf Rekordkurs. In dieser Saison sind bereits 60 inches (mehr als 150cm) Schnee gefallen. Damit ist der Winter hier drauf und dran „the snowiest winter ever“ zu werden. Zum Glück müssen wir hier kein Schneeschippen.

Dr. House

Saturday, February 2nd, 2008

Falls es wen interessiert. Die TV Serie Dr. House (hoffe da schaut außer mir noch jemand) spielt in dem fiktiven ‘teaching hospital princeton-plainsboro’. In Plainsboro gibts aber nichtmal ansatzweise sowas wie ein Krankenhaus. Gleichzeitig wird zB im Vorspann das Frist Campus Center gezeigt, welches mitten in Princeton auf dem Campus liegt, aber nicht im geringsten etwas mit Medizin zu tun hat. Dafür aber selbst und auch die umliegenden Gebäude durchaus schön sind. Nur, damit ihr bei nächsten Mal bescheid wißt ;)

Paintball

Friday, February 1st, 2008

Schon bisschen her, will ich euch aber trotzdem nicht vorenthalten. An einem der vergangenen Samstage haben wir uns mal auf
etwas anderes als normales Sightseeing eingelassen. Intensiv-Kurs in amerikanischer Kultur, es ging zum Paintballen. Trotz
angesagtem Schneefall und Temperaturen um den Nullpunkt ließen wir uns nicht abhalten früh morgens nach Pennsylvania. Dort
angekommen gabs eine kurze Einweisung, Ausrüstung, zwei Schiedrichter, jeweils einer pro Team und losgings. Dick eingepackt
hieß durch den Schnee zu Rennen und Ducken und kleinen Farbkugeln mit weißer Farbe auszuweichen, die überall rumflogen.
Gespielt wurde nicht nur nach dem Prinzip “kill everyone”, sondern zB auch “Capture the Flag”. Erschreckenderweise macht das Rumgeballere mit Farbkugeln durchaus Spaß, tut aber in ungünstigem Fall auch ziemlich weh. Wenn man zB wie ich schräg unterhalb des Ohres zwischen Rolli, Maske und Mütze getroffen wird :) Näheres gibts auf den Bildern in der Gallery zu bestaunen.