Auch wir nutzen das Thanksgiving Wochenende für einen Trip, unser Ziel war „the windy city“ Chicago. Die Fahrt von Madison nach Chicago ist durch den überregionalen Busverkehr problemlos und führte uns direkt nach Down Town. Kaum dort angekommen glich unsere Kopfhaltung der Kopf-in-den-Nacken-leg Genickstarre. Angezogen von seiner beeindruckenden Architektur spazierten wir zuerst durch das Büroviertel the loop, das allerdings am Thanksgiving Donnerstag menschenleer war. Zwischen the loop und dem Lake Michigan liegt der Millennium Park hier steht das Cloud Gate. Das ist ein riesiger Stahltropfen, der auf hochglanz poliert ist. In meinem Reiseführer steht, dass er nahtlos ist… wie soll denn das gehen. Wir konnten es natürlich nicht lassen, so lange unsere Blicke über die spiegelblanke Oberfläche schweife zu lassen, bis wir doch Nahtstellen finden konnten. Hurra!! Das ewige Geheimnis wäre gelüftet - oder so ähnlich.
Wir machten uns weiter auf den Weg zum Hancock Tower. Dort mussten wir uns erst einmal aufwärmen, der eisige Wind hatte uns ganz schön Körner gekostet. Mit dem Aufzug ging es dann hoch zum Observatory. Dort drehten wir gleich mehrere Runden entlang der Fensterfront um Fotos zu machen.
Wieder am Boden angekommen, machten wir uns auf den Weg ins Hostel. Leider gibt es in Chicago nur eine handvoll Hostels, so mussten wir eine 30 Minuten Fahrt von Downtown aus in Kauf nehmen. Die ist mit den alten CTA Bahnen aber recht spektakulär. Rollen-Stromabnehmer im Gleisbett die ständige Blitze verursacht und der Höllenradau den die ganze Bahn macht.
Der Tag nach Thanksgiving wird in den USA Black Friday genannt und ist hier einer der konsumstärksten Tage im Jahr. Fast alle Händler bieten für den Tag spezielle Sonderangebote an. Natürlich stürzten auch wir uns ins Getümmel. Unser größter Coup war ein Einkauf bei H&M (Sonderaktion bis 12 Uhr – beide Kassenzettel ausgestellt um 12:00). Später sollte das Highlight folgen – Sonnenuntergang auf dem Skydeck des Sears Tower. Bei super Wetter und toller Sicht waren die Voraussetzungen dazu bestens. Leider hatten die Idee noch ein paar mehr Menschen, so dass wir es für den Sonnenuntergang nicht ganz rechtzeitig geschafft haben. Nun ja, das Glück konnte nicht den ganzen Tag auf unserer Seite sein. Der Blick war dennoch toll. Aber schaut euch das in meiner Picasagalerie am besten selbst an. Zum Tagesabschluss wollen wir noch auf das Navy Pier, eine Art Volksfest, dass das ganze Jahr über Betrieb hat. Der Weg dorthin stellte sich aber als tückisch heraus. Unsere Wege endeten immer wieder in Sackgassen. Letztlich erreichten wir unser Ziel, haben dafür aber unser Tagespensum auf 16Kilometer Fußmarsch gebracht – die Meter zwischen den Geschäften und Regalreihen natürlich nicht eingerechnet.
Am Samstag folgte dann unser Museumstag. Den Vormittag verbrachten wir im Museum of Science and Industry. Der Name klingt interessanter als das Museum tatsächlich war. Alles war sehr spielerisch und eher für Familien geeignet. Am Nachmittag fuhren wir dann in das Field Museum. Das hingegen lohnte sich richtig. Gegen 17 Uhr machten allerdings unser Füße schlapp und wir verlegten den Besuch des Aquariums (all das war im so genannten CityPass enthalten) auf den Sonntagmorgen. Am Abend regenerierten wir dann bei ein paar Bier und einem Football Match in einer Chicagoer Bar.
Vor unserer Rückfahrt blieben uns noch 2 Stunden für den Besuch des Sheed Aquariums. Hier sind die Gewässer aller Kontinente nachgestellt und deren Bewohner zu bestaunen. Unseren Abschluss bildete eine Delphinshow im für sich allein schon spektakulären Becken.
Obwohl wir ein ausreichendes Zeitpolster vor der Rückfahrt hatten, gelang es uns gerade noch so zwei der letzten drei Plätze für den Bus zu ergattern. Puuhhhhh…
Ein Besuch in Chicago lege ich euch jedenfalls allen ans Herz. Hammer Stadt!