Das wohl normalste, deutsche Ereigniss der letzten Wochen war unser Freitag Abend, als erstes waren wir mit Heiko (Diplomant bei Go Drans, arbeitet aber an einem Projekt bei Siemens) und seiner Freundin beim japaner Essen, hier gab es wieder einmal all you can eat und logischer Weise selbiges fuer die Fluessigkeiten, was Heikos Freundin zum Anlass nahm, schon vor dem ersten Bissen Sake zu bestellen und zu trinken…
Der Abschluss oder auch Abschuss des Essens bildete wieder einmal eine glorreiche Aktion meiner Seits:
Am Nachbartisch hatte ich wenige Minuten zuvor gesehen, wie der Gast ein Glas mit braeunlicher Fluessigkeit bekommen hatte, das ganze sah sehr nach Whiskey oder Cognac aus (das Problem mit den chinesen ist, dass man den Inhalt niemals durch die Aeusserlichkeit des Glases erkennen kann
)
Also beschlossen wir (unter der Annahme: braune Fluessigkeit == Cognac) selbiges zu bestellen, nun hatte der Nebentisch allerdings bereits bezahlt, das Lokal verlassen und die fleissigen Kellner reinen Tisch gemacht.
Kein Problem fuer mich (ihr kennt mich ja) an der Theke hing eine braune, grosse (bestimmt 2,5Liter) Flasche kopfueber, kurze Frage: “Wer will alles einen?” wurde von jedem mit “ja!” beantwortet. Also hin an Tresen: “Four of this, please.” - “This?” - “Yes!”
Aufgabe erledigt, Druck auf der Blase imens, Folge: ich schaue nicht weiter zu und begebe mich aufs Stille Oertchen.
Ich erreiche sekunden vor unserem Kellner den Tisch, sitze gerade als er mit 4neuen Flaschen Sake ankommt…
Na was solls, bevors schlecht wird!
Bis auf eine Flasche haben wir es dann auch ganz gut geschafft (auch wenn es nur ein letzter Absacker auf dem Weg in eine Bar sein sollte).
In der Mural-Bar angekommen, zahlen wir 100RMB (10Euro) Eintritt fuer All you can drink, typisch chinesisch ist hier, dass dein 100RMB-Schein gegen ein Papierkaertchen eingetauscht wird, welchem sie sofort eine Ecke abreissen, es dir dann in die Hand druecken, damit du es dem Mann der neben der Kassierin steht geben kannst und hierfuer deinen Stempel erhaelst, etwas unnoetigeres und duemmeres ist wohl wirklich schwer zu finden (das denkt auch nur ihr, ich werde in diesem Land bestimmt noch unnoetigerem begegnen).
Mural-Bar war dann auch ganz cool, auch wenn die Cocktails den Alkohol vermissen liessen, naja Bier war vermutlich eh die gesuendere Alternative.
Hier zeigte sich dann aber wieder, “wie klein ist doch die Welt”, nicht dass ich 10.000km von Zuhause (Nuenberg) entfernt bin, und Shanghai mehrere Millionen Einwohner hat, NEIN, NEIN, NEIN, ich treffe einen Menschen der aus Reichertshofen (Oberpfalz) kommt und dort auch Fussball spielt, und unterhalte mich ausgerechnet mit ihm in einer Bar mit mehreren hundert Gaesten. (In einer Bar in Nuernberg waere ein solches Gespraech wohl unvorstellbar.)
Der Samstag sah dann doch sehr bescheiden aus, schlaffen bis 16.00, kleiner Bummel in einem mit Technik uebersaehten Kaufhaus, ein kleiner Snack und ab ins Bett!
Sonntag dann mal wieder gewoehnliches WE feeling, Morgens 10.30 erstmal chinesisch Unterricht, danach dann dies:
Cristiane (am Mittwoch): “Wir muessen einkaufen, ich hab nichts zum Anziehen!”,
die Folge besuch aufm Stoff Market, zwei neue Hemden fuer mich und zwei fuer Sie bestellt. Abends dann schoen zur Gesichtsmassage und danach erneut Hundemuede ins Bett.
Ach wen es interessiert, wir haben jetzt auch chinesische Namen:
Christiane: Ráo Jùnhuì
und meiner: Shī Wénjùn
die Bedeutung werde ich euch erstmal vorenthalten, dann habe ich einen Grund bald wieder zu schreiben…