Archive for the ‘M&P's house’ Category

Obama vs Clinton, Wahlkampf in Wisconsin

Sunday, February 17th, 2008

Nach dem Super-Tuesday vor einer Woche ist am kommenden Dienstag nun Wisconsin an der Reihe seine Stimme für einen Kandidaten abzugeben.

Da der Wahlkampf um die Kandidatur von den jeweiligen Kandidaten selber finanziert wird, läuft der vollkommen anders ab als in Deutschland. Es gibt keine Werbeplakate auf den Straßen, dafür tingeln die Kandidaten quer durch das ganze Land um mit emotionalen Reden die Wähler für sich zu gewinnen.

Am Dienstag kam dann Barack Obama nach Madison. Die Gelegenheit wollten wir natürlich nicht missen und haben uns in die Warteschlange vor das Kohl Center gestellt. Die anfangs sehr disziplinierte Schlange ist kurz vor der Türöffnung zu einem drückenden und quetschenden Knäuel geworden. 20.000 Menschen haben wie bei einem Popkonzert gedrängt und geschoben um in die Arena zu gelangen. Könnt ihr euch vorstellen, dass die Menschen in Deutschland zu zehntausenden in eine Halle strömen um Angela Merkel zu sehen, und die Vorstellung war vor ihrer Wahl noch unglaublicher. Da am selben Tag in Washington DC Wahlen waren hat Obama jedoch ziemlich auf sich warten lassen. Die Zeit wurde mit Obama Werbeclips und sehr sehr lauter Musik überbrückt. Nach zwei Vorrednern, die eigentlich mehr Animateure waren, kam dann Obama auf die Bühne. Seine Rede zur Verbesserung des Gesundheitssystems und zur Beendigung des Irak Einsatzes wurde nach jedem vierten Satz von Jubelstürmen der Masse unterbrochen. Natürlich kam in der Universitätsstadt Madison die Idee das Studium bezahlbarer zu machen besonders gut an. Nach 30 Minuten war sein Auftritt auch schon wieder vorüber und Obama wurde von den Massen abgefeiert.

Am Donnerstag erfuhren wir morgens im Büro, dass Bill Clinton heute in Madison spricht. Da Hillary sich auf die bevölkerungsstarken Staaten konzentrieren möchte, trat sie in Wisconsin nur im größeren Milwaukee auf. Den Wahlkampf in Madison machte Bill für sie. Sein Auftritt war allerdings bei weitem nicht so spektakulär wie der von Barack Obama. Auch stand sein Rednerpult nicht etwa in einer riesigen Arena sondern in einer Reithalle, die natürlich kräftig nach Pferd roch. Passend zur Atmosphäre war seine Rede dafür wesentlich persönlicher. Der Inhalt von Hillarys Wahlkampf ist ja mehr oder weniger mit dem von Barack Obama identisch. Aber anstatt Wahlkampfparolen zu verwenden erzählte Bill einige nette Anekdoten zu seiner Frau und was sie und ihre Fähigkeiten auszeichnet. Immer wieder sprach er die Zuhörer an und betonte, ihr müsst entscheiden aber es gibt sich keine geeignetere Person um die Belange eines Landes zu lenken.

Die Rede von Clinton war, obwohl er viel seltener von Beifallstürmen unterbrochen wurde, doppelt solange wie die von Obama. Durch die persönliche Note hat sie mir aber wesentlich besser gefallen. Auf diese Art hat er das Gefühl vermittelt nicht einfach eine stereotype Wahlkampfrede abzuspulen. Auch wenn das Gefühl täuschen mag und diese Rede vermutlich schon ähnlich oft vorgetragen wurde wie die von Obama.

Wetterkapriolen

Sunday, February 3rd, 2008

Diese Woche war unser Tun hier in Madison recht unspektakulär und der Alltag im Office hat uns wieder. Das gibt mir die Gelegenheit über ein Thema zu schreiben dass in derRegel nur herhalten muss wenn einem absolut nichts mehr einfällt. Das Wetter. In diesem Fall ist es allerdings so turbulent, dass es allerdings ein paar Zeilen wert ist. Also lehnt euch zurück und erfreut euch einfach an der gemäßigten Deutschlandwetterkarte.

Nachdem wir am Donnerstagabend nach dem Damenbasketballspiel, (Moritz hat euch bereits davon erzählt) noch bei eisigen -26°C nach Hause gelaufen sind, kletterten die Temperaturen anschließend kontinuierlich. Ihren Höhepunkt erreichten sie dann am Montag mit 6°C plus. Die Plusgrade sollten nach dem bitterkalten Januar jedoch nur ein kurzes Vergnügen bleiben und wurden von einem Blizzard am Dienstag innerhalb von 24 Stunden in -25°C verwandelt. Der Windchill-Effekt machte daraus sogar gefühlte -37°C.

Die schnelle Temperaturschwankung hat sogar am 31. Januar hier ein Eisbeben im Lake Mendota ausgelöst! Ja, ihr habt schon richtig gelesen, ein Eisbeben. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Der Lake Mendota ist schon bereits einem Monat mehr oder weniger vollständig zugefroren. Aufgrund der schnellen Abkühlungen haben sich, im erneut ausdehnenden Eis, Spannungen gebildet. Durch die tiefen Temperaturen war das Eis jedoch so fest an das Ufer gefroren, dass es keinen Raum zur Ausdehnung hatte. Die Spannungen haben dann zu einem Bruch der Eisfläche geführt und dabei den Campus mit einem Beben von 1 auf der Richterskala erschüttert. Die Erschütterung war aber nur sehr lokal zu spüren. Wir haben in unserem Office, dass 1 Meile vom Ufer entfernt ist, bereits nichts mehr mitbekommen.

Auch der Schneefall ist auf Rekordkurs. In dieser Saison sind bereits 60 inches (mehr als 150cm) Schnee gefallen. Damit ist der Winter hier drauf und dran „the snowiest winter ever“ zu werden. Zum Glück müssen wir hier kein Schneeschippen.

Go Badgers!

Wednesday, January 30th, 2008

Wir haben letzte Woche gleich zweimal das Kohl Center mit unserer Anwesenheit geehrt. Zunächst waren wir - mehr oder weniger - auf einem Geburtstag eingeladen von einer die wir im Winter Park kennengelernt hatten. Nach einem Abendessen im “Nitty Gritty” wollten einige dann zum Damenbasketball ins Kohl Center. Da wir da umsonst reingekommen sind haben wir uns dann dort mit angehängt, wir waren schließlich vorher noch nicht im Kohl Center.
Viel zu schreiben gibts zum Damenteam eigentlich nicht. Es war stinklangweilig, da die Badgers recht schnell mit 20 Pkt. geführt haben und sonst war es auch nicht wirklich spektakulär. Gewonnen haben sie schlussendlich mit knapp 30 Pkt. Vorsprung. Anschließend ging es noch Richtung State Street in die City Bar. Dort musste der Peter dann noch einmal Mäxle erklären. Das wurde anschließend auch ausgiebig gespielt.

Zwei Tage später waren wir für ein gemütliches Samstagabendentspannungspiels des Eishockeyteams der UWISC im Kohl Center. Das war auch um einiges spannender als das Spiel der Damenmannschaft. Zunächst hatten die Badgers 2 große Chancen zur Führung, haben aber kurz danach eine doppelte Zeitstrafe und währenddessen auch das 0:1 kassiert. Das 0:2 folgte wenig später. Dennoch war die Stimmung echt immer sehr gut. In der zweiten Periode wurden die Badgers dann ein wenig stärker, dennoch konnten sie kein Tor gegen die Gophers aus Minnesota erzielen.
Erst in der dritten Periode konnten die Badgers mit einem Doppelschlag von Freshman Patrick Johnson den Ausgleich erzielen. Komischerweise wurde dann nochmals 5 Minuten Overtime hinten dran gehängt. Wieso, wissen wir leider nicht. Dort hatten die Badgers nochmal 2-3 Großchancen, aber der Puck wollte nicht im Netz landen. So blieb es beim 2:2 unentschieden. Das war dennoch glücklich, denn über das gesamte Spiel gesehen waren die Gophers die bessere Mannschaft (soweit ich das mit meinem Laienauge beurteilen kann).
Das Damenhockeyteam hat es mittags besser gemacht. Die haben 4:0 gewonnen…

Winter Park, Colorado

Sunday, January 27th, 2008

Kaum waren Moritz und ich eine Woche in Madison stand erneut Koffer packen auf unserem Programm. Diesmal ging mit Johannes und Sven auf nach Colorado zum Skifahren. Der Trip wurde vom Skiclub der Uni organisiert und war für alle 170 Teilnehmer die letzte Woche des Winterbreaks, bevor es im neuen Semester weiter ging.

Los ging es am Freitagabend. Die 1600km lange Busfahrt zum Winter Park Resort versprach nicht gerade eine erholsame Nacht. Kaum auf dem Highway angekommen wurde von den Tripleader in unserem Bus auch schon das erste Trinkspiel organisiert. Danach stieg die Party so richtig im Bus. Unsere Sitzplätze vor der Bustoilette erwiesen sich als suboptimal, aber auf diese Weise lernten wir zumindest jeden einzelnen aus dem Bus kennen.

Auf unserem Weg durch Iowa und Nebraska kam wahres Roadtrip Feeling auf. Ein Blick links aus dem Fenster…, nichts. Bis zum Horizont nichts als Gras. Ein Blick rechts aus dem Fenster… nichts. Dabei führte die Straße meist flach und geradeaus. *gähhnnn* Alle paar dutzend Meilen war zumindest eine Ranch zu erhaschen. Mehr Abwechslung bot uns dann der Weg durch Colorado und besonders die Fahrt in den Rockys. Mit der ansteigenden Straße wuchs bei uns die Vorfreude auf das Skifahren und der Wunsch endlich alle Glieder ausstrecken zu können gleichermaßen. Allerdings wurde unser Schlafdefizit aus der Nacht durch die Höheluft nicht besser. Schließlich lagen unsere Ferienwohnungen in knapp 3000 Meter über NN!!!

Moritz, Sven, Johannes und ich bezogen eine vierer Wohnung. Die Wohnung war super ausgestattet und hatte einen riesigen offenen Kamin, Stereoanlage, Fernseher,… Ihr einziges Manko war, dass es nur ein Doppelbett gab. Als zweite Schlafstätte diente die Klappcouch. Die war zwar auch ausreichend, aber das abendliche „Bett“beziehen und das Aufräumen der zig Laken (Federbetten scheinen sich in Amerika noch nicht durchgesetzt zu haben) war lästig.

Am Sonntagmorgen ging es dann gleich zur Ladenöffnung zum Skiverleih um uns das Material zu leihen. Für Moritz und Sven sollten es Skier sein. Johannes und ich, als alpines Greenhorn, liehen uns Snowboards. Kaum hatten wir alles beisammen ging es auch schnellst möglich Richtung Lift. Trotz des Wochenendes war an den Liften und auf den Pisten erstaunlich wenig los. Im Nu hatten wir das erste mal geliftet.

Der Schnee war super zum Fahren. Viel trockener als in Europa und mit -5°C waren es klasse Bedingungen. Meine ersten Abfahrten gingen gleich recht gut. Natürlich mussten die drei immer im Tal auf mich warten, aber mein Rückstand auf sie verkürzte sich stetig. Um sämtliche Pistenkilometer zu erschließen sind dort recht abenteuerliche Lifte im Einsatz. Der Einstieg, ohne Auskuppeln des Sessels, vermittelte uns den Eindruck als sollten wir auf den Gipfel geschossen werden. Dafür war die weitere Fahrt dann sehr gemütlich weil keinerlei Sicherungsbügel vorhanden war. So richtig sicher fühlten wir uns drin nie.  Dafür kann man in Winter Park mit dem höchstgelegenen 6er Sessellift der Welt bis auf 4000Meter hinauf. Leider kann ich euch in meiner Galerie kaum Bilder von dem super Panorama zeigen. Denn ab dem dritten Tag wurde es zu windig für den Lift auf 4000m und sein Betrieb wurde eingestellt. Pistenkilometer blieben dennoch genügend. Der Wind sollte jedoch der Bote für eine Saukälte sein, -26°C ohne windchill!!! Notgedrungen reduzierten wir unsere Zeit auf der Piste am vierten und fünften Tag. Alle 2 Stunden waren wir so durchgefroren, dass wir uns auf den Hütten aufwärmen mussten.

Zum Ausgleich wurden unsere Nächte länger. Mit unseren amerikanischen  Nachbarn betreiben wir einen Trinkspielkulturaustausch, wir erlernten das Bierpong spielen und zeigten ihn das „Mäxle“. Zum Abschluss wurde von den Tripleader noch  eine große Party organisiert. Dort zeigten die Amerikaner wieder eindrucksvoll ihre Art des Aprés Skis, bei der dass sie ohne Rücksicht auf die eigenen Grenzen immer Vollgas geben wollen.

Nachdem unsere Busfahrer die Rückfahrt mit einem affenartigen Tempo (120km/h mit Reisebusen!) zurückgelegt hatten, kamen wir viel früher als erwartet in Madison an. Als wir um 5Uhr morgens aus dem Bus stolperten folgte dann sofort die nächste Überraschung. Die Eiseskälte aus Colorado brachten wir gleich mit nach Madison. Bei -24°C machten Moritz und ich uns im Stechschritt auf den Weg zurück in unsere Wohnung, wo wir frierend aber dafür hellwach in Rekordzeit ankamen. 

Philadelphia und Washington DC

Friday, January 11th, 2008

Hat mit meinem Bericht leider etwas gedauert, sorry. Dafür gibt es eine Menge zu lesen… 

Nach einer kurzen Neujahrsnacht ging es für uns dann direkt weiter zum Newark Flughafen um unseren Leihwagen für die Fahrt nach Washington abzuholen. Leider wurden wir schon beim Beladen des Autos schon von einem schleichenden Plattfuß  gestoppt. Also mussten wir von unserem schicken PT Cruiser auf einen nicht ganz so schicken Suzuki wechseln. Der Wagen hat zwar einen höllen Radau gemacht, uns aber dennoch heil bis Washington gebracht. Auf dem Weg dorthin legten wir einen Zwischenstopp in Philadelphia ein.

Dass ein Nachmittag für Philly natürlich viel zu kurz ist war uns natürlich klar, aber die Zeit sollte ausreichen um einen Eindruck zu bekommen. Aus dem Reiseführer waren wir schon vorgewarnt, dass Parkhäuser hier verflixt teuer sein können $10 pro Stunden ist da keine Seltenheit. Also mussten wir ein paar Runden drehen bis wir dann doch was Bezahlbares gefunden haben. Wir spazierten zunächst Richtung Ufer des Delaware Rivers. Von hier hatten wir einen super Blick auf die Benjamin Franklin Bridge. Unser Rundgang führte uns weiter durch die Oldcity und den Independence National Historic Park. Hier gibt es Amerikanische Geschichte satt. Aus Zeitgründen mussten wir uns damit begnügen die schönen roten Backsteinhäuser von außen anzuschauen und Fotos zu machen. Bei Einbruch der Dunkelheit machten wir dann noch einen Abstecher zur City Hall. Dort wurde die Mummers Parade (http://mummers.com/) mit vielen Wagen und Kostümen aufgeführt. Da wir aber weiter zu unserem Check-in nach Washington mussten schauten wir das Treiben nur eine halbe Stunde an.

Das Allen Lee Hotel in Washington (http://www.theallenleehotel.com/) war etwas ganz anderes als unsere bisherigen Unterkünfte. Vom Komfort war es irgendwo zwischen Hostel und Hotel einzuordnen. Der eigentliche Clou war - wie so oft in den Staaten - das Gebäude selbst. Das Gebäude ist ca. 100 Jahre alt und hatte aufregend verwinkelte Gänge. Auch die Fenster waren ein Erlebnis. Sie waren lediglich zum herunter schieben und so sehr wir uns auch mühten, konnten wir einen letzten Spalt nicht schließen. Also stopften wir die Lücke mit Kissen. Sah etwas ulkig aus erfüllte aber seinen Zweck.

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Tour im Viertel rund um den Capitol Hill. Als erstes schauten wir uns den Supreme Court an. Das Gebäude sieht mit seinem riesigen Treppenaufgang und seinen Säulen eher aus wie ein griechischer Tempel und weniger wie ein Gebäude aus dem 30er Jahren. Gleich das Nachbargebäude ist der nächste Prachtbau, die Library of Congress. Hier war vor allem der Lesesaal beeindruckend. Wenn bei uns so die Uni Bibliothek aussehen würde wäre ich dort auch öfter anzutreffen :). Leider war dort das Fotografieren nicht gestattet, aber wenn ihr euch in meiner Galerie die Bilder des Flures anseht, dann könnt ihr erahnen wie es im Lesesaal aussieht. Von den 130 Millionen Büchern die dort stehen sollen haben wir allerdings kaum welche gesehen. Vermutlich ist halb Washington untertunnelt und die Bücher dort eingelagert.

Auf der anderen Straßenseite steht das Capitol. Leider haben wir es aber nicht geschafft dies von innen zu besichtigen, da nur eine bestimmte Besucherzahl pro Tag zugelassen ist. Wir tröstet uns mit einer kleinen Fotosession von der National Mall aus (das ist der Park zum Fuße des Captiols). Weiter ging es ins Museum of the American Indian. Tolle ist, dass in Washington alle Museen und Memorials ohne Eintritt zu besichtigen sind. Allerdings muss man an jedem Eingang einen kompletten Sicherheitscheck absolvieren, aber nach ein paar Museen wird man darin zum Profi. Anschließend kann man einfach überall mal seine Nase reinstrecken um zu schauen ob die Ausstellung einem gefällt. Der größte Gegner dabei ist die Zeit und das Durchhaltevermögen der Fußsohlen. Im Dunklen besuchten wir noch das Weiße Haus in dem Georg W. zur gleichen Zeit nach sein Unwesen trieb. Im Anschluss noch schnell vorbei am Old Post Office und am FBI.Den Abend ließen wir bei einem schönen Bierchen in der District Brewery ausklingen.

Der nächste Tag war wolkenfrei aber verdammt kalt *bibber*. Wodurch unser outdoor Vormittag richtig hart wurde. Lincoln Memorial und einige War Memorials standen auf unserem Programm. Dabei haben die Erbauer geklotzt und nicht gekleckert, alle sind riesengroß und aufwändig gebaut. Die anstrengte Zeit stand uns dann vor dem Washington Memorial bevor. Am Ticketschalter konnten wir uns zwar wieder kostenlos Karte abholen mussten aber, gemäß unserer Besuchszeit, dann noch eine halbe Stunde vor dem Obelisken anstehen. Ihr glaubt gar nicht wie saukalt das ist bei, durch die starken Windböen, gefühlten -12°C. Wir waren heil froh als wir dann im Monument waren. Allerdings war dort mit aufwärmen auch nicht viel. Wir durften dort zwar so lange drin bleiben wie wir wollten, aber das Innere glich eher einer Tropfsteinhöhle als einem Memorial. Kaum zu glauben, dass das Teil schon 150 Jahre alt und noch nicht weggefault ist. Der 167m hohe Obelisk ist übrigens komplett aus Stein und Mörtel gebaut - kein Stahl! Nachdem wir uns im Foodcourt des Department of Commerce, selbst dafür ist ein Sicherheitscheck notwendig, gestärkt und aufgewärmt hatten besuchte Sybille die National Gallery of Art. Moritz und ich das National Air and Space Museum. Am Abend machten wir noch einen Abstecher nach Georgetown. Das ist ein schönes, 200 Jahres altes Viertel in dem sich Geschäft an Geschäft reiht. Der Weg daraus war allein der Besuch bei Johnny Rockets (http://www.johnnyrockets.com/aboutus/)  wert. Das ist ein Fastfood Restaurant im Stile der 50er Jahre, mit einer kleinen Musicbox an jedem Tisch. Wir hatten besonders beim abspielen der Lieder unseren Spaß die dann im ganzen Lokal ertönten.

Am nächsten morgen flogen wir dann gemeinsam zurück nach Chicago. Während Sybille den Flieger zurück nach Deutschland nahm fuhren Moritz und ich mit dem Bus zurück nach Madison.  Auch Washington hat uns allen drei super gefallen. Die Stadt wird von den meisten unterschätzt und ist mit Sicherheit eine Reise wert. Dafür dürft ihr dann auch gerne mehr als drei Tage einplanen.   

New York, New York

Sunday, January 6th, 2008

I wanna wake up in a city, that doesn’t sleep… waren Frank Sinatras Worte zu New York. Weltstadt, Handelsmetropole und viele Touristen, dass erwartete uns in New York.

Den ersten Tag haben wir noch etwas ruhig angehen lassen und sind nur ein bisschen durch die Stadt geschlendert. Vorbei an Ground Zero und Wall Street, durch den Battery Park am Südende Manhattans zurück über die 5th Avenue nach Norden. Danach haben wir den Abend in einer Bar/Kneipe ausklingen lassen um am nächsten Tag fit zu sein für größere Aufgaben.
Wir begannen zunächst mit dem Times Square, der völlig überfüllt mir Touristen war und auch schon die Vorbereitungen für New Years Eve getroffen wurden. Anschließend besuchten wir das Rockefeller Center um über den nördlicheren Teil der 5th Avenue zum Central Park zu gelangen. Für den Nachmittag entschieden wir uns für das Empire State Building, da das Wetter mitspielte und die Vorhersagen für die nächsten Tage nicht so berauschend waren. Nach über 3h anstehen und diversen Sicherheitskontrollen standen wir schließlich oben und konnten die Skyline von Manhattan auch von oben betrachten.
Der nächste Tag führte uns ins Metropolitan Museum of Art. Das Museum ist eigentlich ein Overkill an Kunst. Es ist einfach riesig und man kann dort sicherlich Tage und Wochen verbringen. Anschließend gingen wir voller Erwartung Richtung Guggenheim Museum, dessen Architektur sicherlich schon ein Gang wert ist. Leider war die Fassade von einem Gerüst verdeckt. Auch im Inneren war die Architektur weitestgehend das Interessanteste und wir wurden ein wenig enttäuscht. Abends wurde dann auch das Wetter schlecht und es begann zu regnen. Was macht man dann? Natürlich shoppen in DER Shoppingstadt schlechthin, denkt man… Die Läden haben um 7 p.m. zum Teil schon geschlossen, da kann sogar Stuttgart länger ;). Allerdings gibts auch ein paar wenige die länger offen hatten. Durchnässt ging es zum Abend-Fast-Food und anschießend aufwärmen bei Kaffee bzw. Hot Chocolate.
Silvester war wider der Vorhersage superschön. Dennoch sind wir ins Museum of Modern Art und anschließend zur Hafenrundfahrt. Das war die Sensation schlechthin: strahlender Sonnenschein, Sonnenuntergang auf der Höhe von Miss Liberty und die Skyline von beiden Seiten in der Abenddämmerung gesehen. Man kann nur hoffen, dass die Bilder trotz des Wackelns auf dem Boot etwas geworden sind. Mann, was hätte ich in dem Moment für eine gute Kamera gegeben…
Den New Years Eve feierten wir dann auf der Jersey Seite in Hoboken, der Geburtsstadt von Frank Sinatra. Nach einigen Problemchen haben wir es auch geschafft uns mit dem David zusammenzutelefonieren. Der Kerl kann einfach nicht den Weg erklären :p. Voller Erwartung haben wir uns dann aufs Feuerwerk gefreut. Skyline von Manhattan und überall Feuerwerk. Tja, Pustekuchen. Feuerwerkskörper sind hier wohl verboten und es gibt daher nur angemeldete Feuerwerke. Eins im Central Park, von dem man nur ganz wenig erhaschen konnte und ein Minifeuerwerk am Times Square, von dem man nur den Rauch sah. An der Südspitze Manhattans gab es dann noch das letzte Feuerwerk. Das konnten wir recht gut sehen. Aber ehrlich gesagt: Da müssen die hier noch ganz schön üben.

Als Fazit bleibt mir persönlich zu sagen: New York ist eine anstrengende Stadt. Unheimlich viele Menschen und unheimlich wenig Zeit. Wenn man die Stadt richtig erleben möchte muss man sicherlich einen Urlaub nur dafür einplanen. Dennoch liegt sie bisher in meiner persönlichen Rangliste hinter Chicago, da hier die Architektur einfach großartiger ist. Trotz alledem würde ich hier nochmal her kommen, dann aber mit einer richtig guten Kamera.

Jetzt hab ich wieder soviel geschrieben, das ja doch keiner ließt, mehr als ich eigentlich wollte… Deswegen gibts demnächst dann noch den Blogeintrag zu Philly und D.C. Vielleicht machts der Peter auch nachher noch, wer weiß…

Besuch aus Deutschland

Sunday, January 6th, 2008

Die Weihnachtsferien nutze meine Schwester Sybille um in die USA zu reisen und mich hier in Madison zu besuchen. War für sie quasi eine Studienfahrt, denn am 7. beginnt ihr Referendariat. Viel Spaß dabei :)

Das üppige Weihnachtsessen versuchten wir dann alle am 25. zunächst bei einem Spaziergang entlang des Lake Mendota zu verbrennen. Da schon große Abschnitte des Sees zugefroren waren und viele Eisangler dort geduldig mit ihren Ruten warteten, konnten es wir natürlich auch nicht lassen ein bisschen über das Eis zu spazieren. Für unsere weitere Wanderung bevorzugten wir aber dann doch wieder den festen Erdboden.

Damit der Truthahn auch wirklich nicht ansetzt war auch am nächsten Tag noch einmal Action angesagt. Also besichtigten wir am zweiten Weihnachtsfeiertag – der hier übrigens gar keiner ist – dann das Capitol in Madison. Wir hatten dort einen klasse Führer der uns mit einer Mischung aus Lokalpatriotismus und Entertainment den Bau erklärte. Das Geschichts- und das Geologiemuseum die wir ebenfalls besuchten konnten da weder vom Unterhaltungs- noch vom Informationswert mithalten. Was nicht weiter tragisch war, denn unsere Aufnahmefähigkeit sollte die nächsten Tage bei unserem Silvestertrip noch über die Maßen auf die Probe gestellt werden.  

Reist mit uns am besten gleich weiter zum New York Eintrag…

X-mas Eve

Wednesday, December 26th, 2007

In den letzten Wochen vor Weihnachten war es hier eigentlich recht gediegen. Zum gestrigen Abend waren dann fast alle Studenten ausgeflogen, um zu Hause mit ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Bis auf ein paar Asiaten und wir Deutsche, die einfach einen zu langen Heimweg gehabt haben. Die Amerikaner sind dem Parkplatz vor unserem Haus zufolge echt alle nach Hause gefahren.

Gestern haben wir uns dann an einem typisch amerikanischen Mahl versucht: Truthahn. Zunächst einmal gabs ein paar Probleme mit dem Auftauen. Laut “Gebrauchsanweisung” sollten dafür 4-5 Tage eingeplant werden. Wir hatten den Vogel allerdings erst Sonntag gekauft. Ungefähr 1,5h hat er dann das Auftauprogramm der Mikrowelle genießen dürfen. Also hinein mit der Füllung und ab in den Backofen.  Alle 45 Minuten haben wir das gute Ding dann neu mariniert, bis er am Schluss nach > 4h knusprigbraun den Backofen verlassen hat. Dazu gabs Rotkohl und als Beilage den Rest der Füllung. Da können die Amis mal locker abstinken gegen unseren Supervogel!
Als Nachtisch gab es noch Fertigapfelstrudel vom ALDI mit Vanilleeis, was aber sehr lecker war. Vollgefressen und müde, haben wir uns dann wieder auf den Heimweg gemacht. Bilder von dem festlichen Mahl sind schon unterwegs auf Peters picasa-Seite.

Heute werden wir einen kleinen Verdauungspaziergang an den hoffentlich schon zugefrorenen Lake Mendota machen. Da wir seit langem hier mal wieder die Sonne sehen wird das sicher ein schöner Tag. Den Rest des Tages werden wir vermutlich gemütlich zu Hause verbringen, denn der 25.12. ist hier wie Thanksgiving, da ist hier tote Hose. Aber zunächst noch leckeres Frühstück mit American Pancakes. Habt ihr schon mal versucht Eiweiß steif zu schlagen nur mit einer Gabel bewaffnet?

Dallas Mavericks vs Chicago Bulls

Tuesday, December 11th, 2007

Um Dirk “the German Wunderkind” Nowitzki in Aktion zu sehen, fuhren wir nur eine Woche nach unserem Wochenendausflug erneut nach Chicago. Die Strecke, die uns so langsam richtig vertraut wird, fuhren wir diesmal mit einem Leihwagen um am selben Abend wieder zurück nach Madison zu kommen. Der Reisebus fährt zu dieser Zeit längst nicht mehr.

Um diesen Komfort richtig zu nutzen fuhren wir frühzeitig los und waren so bereits 5 Stunden vordem Spiel am United Center. Das ist die größte Halle Amerikas und fasst bei Basketballveranstaltungen über 22.000 Zuschauer. Total krass! Das Staunen über diesen Bau wird nicht geringer wenn man weiß, dass sich die Arena Bulls und Blackhawks (Eishockey) teilen. Deshalb wird der Innenraum regelmäßig umgebaut, manchmal sogar über Nacht.

In der verbleibenden Zeit bis zum Spiel gingen wir die 3 Meilen bis Downtown. Dass es sobald ein Wiedersehen mit Sears Tower und Co. geben würde hatten wir nicht gedacht. In Downtown angekommen spazierten wir über den Christkindlesmarkt, ja -  der heißt hier wirklich so. Sie vergleichen sich hier sogar mit dem Christkindelsmarkt in Nürnberg. Das geht aber wirklich zu weit. Er hat vielleicht ein Drittel der Größe der Märkte in Stuttgart und Nürnberg, dafür allerdings einen riesigen amerikanischen Weihnachtsbaum. An manchen Ständen gibt es Glühwein und Sauerkraut, hier sprechen die Standbesitzer sogar Schwäbisch. (Die sin’ au überall) Andere Standbetreiber bleiben der Amerikanische Novelle Cuisine treu und verkaufen Hotdogs und Bier. Beinahe umgehauen hätte es mich als von einem Stand “Kling Glöckchen” mit deutschem Text ertönte. Mit einer halben Tüte Magenbrot gestärkt machten wir uns dann auf den Rückweg zum United Center. Da wir keine Platzkarten hatten wollten wir möglichst zeitig wieder dort sein.

Eine Stunde vor Hallenöffnung waren wir so ziemlich die ersten vor der Halle. Das Warten im Freien war zwar etwas ungemütlich, zahlte sich aber beim Einlass direkt in Form eines Bobbleheads aus. Das ist eine 20cm hohe Figur mit Wackelkopf von einem Bulls Spieler. Die Teile scheinen hier sehr beliebt zu sein, denn nach dem Spiel wurden wir von einigen Fans darauf angesprochen. Einer wollte uns die Figuren sogar abkaufen. Nee, nee da musste du schon selber früher kommen. Eigentlich hatten wir für $20 Stehplatzkarten gekauft, aber da die Ränge nicht voll belegt waren (nur 21.800) haben wir in der obersten Reihe Platz genommen. Die Sicht von da oben ist dennoch erstaunlich gut. Sofern ich das laienhaft beurteilen kann waren die Mavericks von Beginn an die bessere Mannschaft, zumindest haben sie von Anfang an geführt. Nowitzki wirkte auf dem Platz immer irgendwie unbeteiligt, fast apathisch. Getroffen hat er aber mit 25 Punkten trotzdem ordentlich. Sogar zwischen den Spielvierteln war permanent für Unterhaltung gesorgt. Entweder wurden lustige Spiele mit Zuschauern gemacht, es fuhr ein Artist auf einem Fahrrad, kleiner als ein Schuhkarton, durch einen brennenden Reifen oder die Cheerleader tanzten. In den letzten Spielminuten wurden die Bulls noch stärker und egalisierten die sicheren 15 Punkte Vorsprung. Letztlich reichte es für die Mavericks aber zu einem 103-98 Sieg. 

 

Wochenende in Chicago

Friday, December 7th, 2007

Auch wir nutzen das Thanksgiving Wochenende für einen Trip, unser Ziel war „the windy city“ Chicago. Die Fahrt von Madison nach Chicago ist durch den überregionalen Busverkehr problemlos und führte uns direkt nach Down Town. Kaum dort angekommen glich unsere Kopfhaltung der Kopf-in-den-Nacken-leg Genickstarre. Angezogen von seiner beeindruckenden Architektur spazierten wir zuerst durch das Büroviertel the loop, das allerdings am Thanksgiving Donnerstag menschenleer war. Zwischen the loop und dem Lake Michigan liegt der Millennium Park hier steht das Cloud Gate. Das ist ein riesiger Stahltropfen, der auf hochglanz poliert ist. In meinem Reiseführer steht, dass er nahtlos ist… wie soll denn das gehen. Wir konnten es natürlich nicht lassen, so lange unsere Blicke über die spiegelblanke Oberfläche schweife zu lassen, bis wir doch Nahtstellen finden konnten. Hurra!! Das ewige Geheimnis wäre gelüftet - oder so ähnlich.

Wir machten uns weiter auf den Weg zum Hancock Tower. Dort mussten wir uns erst einmal aufwärmen, der eisige Wind hatte uns ganz schön Körner gekostet. Mit dem Aufzug ging es dann hoch zum Observatory. Dort drehten wir gleich mehrere Runden entlang der Fensterfront um Fotos zu machen.

Wieder am Boden angekommen, machten wir uns auf den Weg ins Hostel. Leider gibt es in Chicago nur eine handvoll Hostels, so mussten wir eine 30 Minuten Fahrt von Downtown aus in Kauf nehmen. Die ist mit den alten CTA Bahnen aber recht spektakulär. Rollen-Stromabnehmer im Gleisbett die ständige Blitze verursacht und der Höllenradau den die ganze Bahn macht.

Der Tag nach Thanksgiving wird in den USA Black Friday genannt und ist hier einer der konsumstärksten Tage im Jahr. Fast alle Händler bieten für den Tag spezielle Sonderangebote an. Natürlich stürzten auch wir uns ins Getümmel. Unser größter Coup war ein Einkauf bei H&M (Sonderaktion bis 12 Uhr – beide Kassenzettel ausgestellt um 12:00). Später sollte das Highlight folgen – Sonnenuntergang auf dem Skydeck des Sears Tower. Bei super Wetter und toller Sicht waren die Voraussetzungen dazu bestens. Leider hatten die Idee noch ein paar mehr Menschen, so dass wir es für den Sonnenuntergang nicht ganz rechtzeitig geschafft haben. Nun ja, das Glück konnte nicht den ganzen Tag auf unserer Seite sein. Der Blick war dennoch toll. Aber schaut euch das in meiner Picasagalerie am besten selbst an. Zum Tagesabschluss wollen wir noch auf das Navy Pier, eine Art Volksfest, dass das ganze Jahr über Betrieb hat. Der Weg dorthin stellte sich aber als tückisch heraus. Unsere Wege endeten immer wieder in Sackgassen. Letztlich erreichten wir unser Ziel, haben dafür aber unser Tagespensum auf 16Kilometer Fußmarsch gebracht – die Meter zwischen den Geschäften und Regalreihen natürlich nicht eingerechnet.

Am Samstag folgte dann unser Museumstag. Den Vormittag verbrachten wir im Museum of Science and Industry. Der Name klingt interessanter als das Museum tatsächlich war. Alles war sehr spielerisch und eher für Familien geeignet. Am Nachmittag fuhren wir dann in das Field Museum. Das hingegen lohnte sich richtig. Gegen 17 Uhr machten allerdings unser Füße schlapp und wir verlegten den Besuch des Aquariums (all das war im so genannten CityPass enthalten) auf den Sonntagmorgen. Am Abend regenerierten wir dann bei ein paar Bier und einem Football Match in einer Chicagoer Bar.

Vor unserer Rückfahrt blieben uns noch 2 Stunden für den Besuch des Sheed Aquariums. Hier sind die Gewässer aller Kontinente nachgestellt und deren Bewohner zu bestaunen. Unseren Abschluss bildete eine Delphinshow im für sich allein schon spektakulären Becken.

Obwohl wir ein ausreichendes Zeitpolster vor der Rückfahrt hatten, gelang es uns gerade noch so zwei der letzten drei Plätze für den Bus zu ergattern. Puuhhhhh…

Ein Besuch in Chicago lege ich euch jedenfalls allen ans Herz. Hammer Stadt!