Gutes Bier ade
Monday, August 21st, 2006Habe unlängst festgestellt, dass dieser Blog zwar gutes Bier ade heißt sich aber kein einziger Beitrag über das Thema geht nun bin ich aber auch kein so großer Säufer, dass ich einen längeren Beitrag zum Thema Bier schreiben könnte. Daher wird es im Folgenden eher nur den Namen nach um Bier gehen in Wirklichkeit aber doch um was anderes. Ist denk ich auch ganz gut als letztes Posting von mir hier, da es so eine Art Rück- und Ausblick darstellt.
(Nachträglich eingefügt:
Da der Text etwas arg lang geworden ist und kaum noch ejmand sich die Zeit nimmt hochwertvolle literarische Texte zu lesen vorab für die faulen ein kurzer Abstract mit den wichtigsten Lehren des folgenden Textes:
- alkoholfreies Bier ist nicht super, aber je nach Situation/Umständen manchmal besser als alkoholhaltiges
- alkoholhaltiges Bier wirkt berauschend, kann aber dummerweise auch einen mehr oder weniger schweren Kater verursachen
- wer kreuz und quer trinkt darf sich über einen Lieferstopp nebst Kater nicht beschweren (nicht im Text enthalten fiel mir aber gerade noch ein)
- es gibt auch gutes ausländisches Bier, aber etwaige Lieferprobleme wegen der Entfernung oder Verkaufsverbote an Ausländer sollten nicht unterschätzt werden. Daher ist der Spruch gutes Bier ist Bier von hier gar nicht so dumm
- versuch nie die Erinnerung an den guten Geschmack eines Bieres durch das trinken eines anderen zu vergessen, klappt nämlich net.
- nie wieder Bier sagt sich leicht, aber letztlich kommt man wahrscheinlich dann doch immer schwer ohne aus, aber eine Weile ohne alkoholhaltiges Bier ist denk ich trotzdem manchmal ganz gut)
Also fang ich am besten einfach von vorne an. Angekommen in Madrid lernte ich viele ausländische Biere „kennen“ vor allem natürlich viele spanische, aber auch finnische, französische, amerikanische, italienische, schweizerischer und natürlich auch deutsche. Die meisten lernte ich allerdings nur vom Etikett her kennen und nur von wenigen zumindest die alkoholfreie Variante (hilft einigermaßen gegen Durst, aber wenn man ehrlich ist wirklich befriedigend ist das nur auf die Dauer nicht) und zunächst von keinem die alkoholhaltige, berauschende Variante. In dem ein oder anderen Fall war dies schade, aber in vielen Fällen vielleicht auch besser so. Aber wie dem auch sei irgendwann lernte ich dann die seltene Mischung eines deutsch-spanischen Bieres kennen. Wie ich mit der Zeit erfahren sollte ist das besondere an diesem einzigartigen Bier, dass es dem deutschen Reinheitsgebot entspricht, aber zusätzlich auch noch das spanisch spritzige hat. Ursprünglich wurde dieses Bier in Deutschland, Hannover, erzeugt und siedelte dann aber auf Grund des Willens der Seniorbesitzer nach Spanien, Madrid, um. Aber das tut an dieser Stelle eigentlich noch nicht viel zur Sache. Nach dem Kennen lernen im November gab es jedenfalls erstmal einige Monate die alkoholfreie Variante, die eigentlich außergewöhnlich gut schmeckte, aber mit der Zeit auch immer neugieriger auf die berauschende alkoholhaltige Variante machte. Dummerweise zögerte sich das Trinken der zweiten Variante aber auch dadurch hinaus, dass mir klar war, dass ich dieses Bier nicht einfach so mit nach Deutschland exportieren würde können und daher nur bis zum Ende des Auslandsjahres es regelmäßig trinken könnte und danach eben nur immer dann wenn ich eine Besuch in Madrid machen würde. Naja irgendwann war mir dieses Problem relativ egal und ich wollte unbedingt auch die alkoholhaltige Variante mal trinken. Also stellte ich bei der mittlerweile selbstverwalteten Brauerei, die Senioreigentümer hatten in diesem Punkt dachte ich nichts zu sagen, den Antrag auf Umstieg auf alkoholhaltig. Nach einer Phase des Überlegens seitens der Brauerei, ob dies gut gehen würde – die Brauerei hatte schon weniger gute Erfahrungen mit ausländischen Abnehmern gehabt und wusste auch, dass die Senioreigentümer wohl nicht davon begeistert sein würden - und mit Hinweisen an meine Adresse, dass dies langfristig nicht so einfach sein wird – ich nahm diese Hinweise leider wohl nicht ernst genug – wurde mein Antrag dann auch angenommen. Die nächste Zeit nach der Annahme des Antrags war dann eine Phase des Dauerrausches und wirklich sehr befriedigend. Ein richtigen Kater gabs auch nie und nur hin und wieder kleinere Probleme, da zum Leidwesen der Brauerei und mir leider nicht rund um die Uhr geliefert werden konnte. Auch sorgten Gedanken und kurze Gespräche über die Zukunft immer mal wieder für kurze Magenverstimmungen. Aber der Rauschzustand machte das locker gut. Tjo leider kam es dann aber plötzlich ohne Vorwarnung zu einem völligen Lieferstopp der leider bis heute andauert. Weil es von der Brauerei auch keine Erklärung gab und noch immer keine gibt, kann ich auch nur spekulieren warum es dazu kam. Möglich wäre, dass die Senioreigentümer ihr Veto einlegten, aber auch ganz profan, dass die Brauerei selbst in mir keinen guten Abnehmer mehr sah, sei es weil ich bald eh als dauerhafter Abnehmer wegfallen würde oder weil ich das Bier zum Beispiel zu schnell trank oder zu sehr ein Monopol auf es wollte. Vielleicht hatte die Brauerei aber auch noch profaner einfach einen besseren/geeigneteren spanischen Abnehmer gefunden. Wenigstens die kurzzeitig gehegte Befürchtung, die Brauerei könnte gar nicht mehr existieren hat sich aber nicht bewahrheitet. Das ist ein kleiner Trost, da so irgendwann weitere Lieferungen und sei es „nur“ vom alkoholfreien Bier wenigstens nicht ganz ausgeschlossen sind, aber den schlimmsten Kater den ich in meinen Leben hatte konnte dieser Trost kaum bis gar nicht abmildern.
Wie dem auch sei ich muss(te) mich eben wohl oder übel damit abfinden, gutes (eigentlich bestes) Bier Ade zu sagen. Das Leben ging dann auch mehr oder weniger gut weiter und es gab dann auch noch ein Bier in Madrid, das italienischen Fabrikats war und eigentlich nur dem Zweck diente den tollen Geschmack des „alten“ deutsch-spanischen Biers zu vergessen. Geklappt hat das aber nicht wirklich und besonders toll konnte das Bier unter diesen Vorrausetzungen auch nicht schmecken.
Nun zurück in Deutschland gab es bisher fast nur Etiketten von Bier zu bewundern und dazu noch etwas alkoholfreies Bier. Hät mir im Fall eines alkoholfreien Biers vielleicht auch mehr vorstellen können, aber vielleicht ist alkoholfrei manchmal auch besser, da es zwar kein Rausch auslöst, aber eben auch nie einen Kater. Aber wer weiß vielleicht findet sich doch mal wenn auch keine bessere alkoholhaltige Mischung als die alte zumindest eine andere gleich gute Mixtur. Am liebsten sollte es dann eigentlich auch eins sein, dass trotz meiner Spanienvorliebe unter dem Motto läuft „Gutes Bier ist Bier von hier“. Aber vorerst ist eher meine Devise nie wieder Alkohol, wobei mir klar ist das auf Dauer nur Wasser (im Prinzip ist alkoholfreies Bier ja nix anderes als Wasser mit etwas Geschmack) trinken au net gut ist, da ja nach wie vor gilt „Wasser gibt dem Ochsen Kraft, dem Menschen stärkt der Gerstensaft“.
In diesem Sinne sag ich jetzt hier endgültig gutes-bier-a.de und meld mich dann vielleicht mal wieder wenn es heißt nur-alkfreies-bier-a.de (die Seite müsste dann halt extra jemand für mich zum erfreulichen Anlass erstellen ;))